Aus Teezeit-Mama Elke's Backbuch: Rhabarberkuchen

In unserer digitalen Welt gibt es ein vom Aussterben bedrohtes Schriftstück: das handgeschriebene Rezeptbuch. Auch ich muss zugeben, dass ich immer öfter schnell im Internet nach Rezepten google und das gute alte Rezeptbuch, in das meine Mutter mir mit Liebe per Hand ihre besten Rezepte aufgeschrieben hat, im Regal Staub sammelt. Exotische Zutaten wie Quinoa oder Chia gibt's da eben nicht... Aber hin und wieder zieht es mich dann doch zurück zu den kulinarischen Erinnerungen meiner Kindheit, die in den 80ern und im Osten weitestgehend von den Jahreszeiten und dem, was man im Garten ernten konnte, geprägt waren. Und da wurde das eingemachte Winterobst dann endlich im Mai vom frischem Rhabarber abgelöst bevor die Erdbeeren kamen...

Ach, leckerer Rhabarberkuchen, am liebsten mit Eischnee-Decke! Mmmh! Das Rezept dafür hat Mama doch bestimmt in ihrem tollen selbstgeschriebenen Kochbuch stehen... Ich schlage nach und tatsächlich finde ich es, zwischen Griesteig und Heidelbeertorte: mein Rhababerkuchen mit Eiweiβdecke!

Sofort laufe ich in meinen mittlerweile eigenen Garten und hole mir einige frische Rhabarberstengel (bei Mangel des eigenen Gartens findet ihr Rhabarber derzeit in so ziemlich allen Obstregalen im Supermarkt) und los geht's.

"Rhabarber mit Zucker eine Nacht mischen" steht da. Na, da scheitert's schon gleich, ich will meinen Rhabarberkuchen jetzt! Nicht morgen! Dann müssen wir eben ein bisschen improvisieren. Ich schneide den Rhabarber in Stückchen, streue etwas Zucker darauf und lasse das Ganze eine Stunde stehen. Das reicht, um etwas Saft aus dem Rhabarber zu ziehen, damit der Boden nicht zu wässrig wird. Währenddessen mache ich mich an den Teig. Super einfach:

2 Eigelb (Eiweiβ für den Eischnee aufbewahren)

100 g Zucker

125 g Butter

1 Vanillezucker (oder etwas Vanille-Aroma)

250 g Mehl*

1/2 Päckchen Backpulver (ca 1 TL)

Teig kneten, in eine Springform geben und mit den abgetropften Rhabarberstückchen belegen. Bei 180 Grad ca 20 Minuten im Ofen abbacken.

Für die Eischneedecke:

2 Eiweiβ

100 g Zucker

Zusammen steif schlagen und nach 20 Minuten auf den gebackenen Kuchen streichen. Backherd auf 160 Grad herunterstellen und weitere 15-20 Minuten backen, bis der Eischnee leicht braun wird.

Ich nehme den Kuchen heraus, lasse ihn etwas abkühlen, und koche mir eine schöne Tasse Tee und gleich noch einen Tee für die Kinder, damit sie auch den leckeren Kuchen aus Oma's Rezeptebuch probieren können. Hier werden schlieβlich deren Kindheitserinnerungen gebacken!

Nach dem etwas vorsichtigen "Mama, was ist denn das komisch Weiβe da oben auf dem  Kuchen drauf?" haben wir einen herrlichen Nachmittag zusammen. "Mama, erzähl mal eine Geschichte von früher, aus deiner Kindheit", tönt es mir über den Erdbeer-Popkorn-Tee entgegen. "Na, also, soo alt bin ich ja noch gar nicht!", sage ich entrüstet, während ich mir genüβlich den Eischnee von der Oberlippe lecke.

Viel Spass beim Backen!

Rhabarber als Tee? Den gibt's natürlich bei uns im Shop

* Wer wie ich gerade auf Weizenmehl verzichtet, kann die 250g Mehl mit anderen Mehlsorten ersetzen. Ich habe 200g Haferflocken in der Küchenmaschine gemahlen und 50g gemahlene Mandeln dazugemischt. Glutenfreies Mehl oder Dinkelmehl geht mit Sicherheit auch.

 

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